Am Samstag ging unser Sting mal wieder zusammen mit der Dimona auf eine Tour an das schwäbische Meer. GAFOR meldete für die Gebiete auf dem Flugweg offen. In der labilen Luft brauten sich allerdings schon am Morgen lokale Gewitterzellen auf, die aber sehr gut zu umfliegen waren. Die Luft war allerdings turbulent. Südlich vom Klippeneck zeigten sich dann größere Wolkenlücken und so beschlossen wir "on top" zu gehen. Schlagartig war die Luft ruhig und es herrschte Airlinerfeeling. Da kommt dann gleich das Lied "über den Wolken..." in den Sinn. Die große Überraschung war dann das Alpenpanorama, welches sich unter Föhneinfluß prächtig zeigte.

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Wir landeten bei Sonnenschein auf der 30 und packten gleich Fahrräder, um am Seerhein entlang in die Stadt zu fahren. Diese war dann voll mit Touristen und kaufwütigen Schweizern. Der obligatorische Besuch des Konstanzer Hafens durfte nicht fehlen. Zur Stärkung gab es einen Reichenauer Salatteller mit Kretzerfilet. Leider ging die Zeit viel zu schnell vorbei und es hieß wieder an den Flugplatz radeln und den Rückweg zu planen. GAFOR war immer noch optimistisch und bei bestem Wetter mit sagenhaftem Blick auf die noch ganz verschneiten Alpen ging es gen Norden.

Östlich der Albkante stand ein großes Gewitter aber in unserer Richtung sah es noch gut aus. Wir peilten als nächstes Winzeln an und die Straßen glänzten in der westlichen Sonne. Hier regnete es wohl vor kurzer Zeit. Von Winzeln konnten wir das Kinzigtal und fast bis Offenburg sehen. Also sollte es doch zu mindest über den Schwarzwald bis nach Lahr gut gehen. Der westliche Himmel war dann wolkenverhangen und die Vogesen waren von einer Regenwand verdeckt. Im Norden trübte es sich ein, aber die Sicht war immer noch bei ca. 8 km. Wir beschlossen knapp an der östlichen Grenze der Kontrollzone um Baden Airpark nach Norden zu fliegen. Bei Baden-Baden konnte man noch fast die Baggerseen südlich von Rheinstetten sehen und die Hoffnung war groß, dass es noch bis dahin klappen könnte. Dann zog es allerdings nördlich der Murg sehr schnell zu und so war eine Sicherheitslandung in Baden Oos die beste Lösung. Es regnete schon, die Landung selbst war unspektakulär. Zügig abstellen und noch vor dem goßen Regen in die Flughafengaststätte. Jetzt wurde Plan "B" aktiviert und per Telefon ein Abholdienst organisiert. Wir waren im trockenen und bei einem Teller Pommes verging die Zeit mit der Rückschau auf das prächtige Alpenpanorama, die schöne Stadt Konstanz sowie die Wetterveränderung auf dem Rückflug. Es war eine vernünftige und richtige Entscheidung eine Sicherheitslandung durchzuführen und nicht den wenn auch kurzen Weiterflug nach Rheinstetten zu riskiern.

Der Abholdienst war am Telefon, nur noch 3 Minuten, wir gingen nach draußen und im Westen war ein deutliches Wetterfenster zu sehen. Binnen 10 Minuten hörte der Regen auf. Einen ganz großen Dank an die Flugleitung von Baden Oos, die kurzfristig den Platz öffnete und uns zum Rückflug die Startinformation gab. Nach 9 Minuten waren wir zwar verspätet aber wohlbehalten zu Hause in Rheinstetten.

 

Anmerkung: Bei einer labilen Wetterlage muss die Flugplanung besonders umfangreich gemacht werden. Neben Wetter und der Streckenwahl sind Alternativrouten mit Ausweichflugplätzen zu planen. Während des Fluges ist die Beobachtung des Wetters auf der Flugroute und vor allem die weitere Entwicklung zu beurteilen. Mit einer rechtzeitigen Entscheidung für eine sichere Handlungsoption kann der Flug sicher durchgeführt werden. "Es wird schon gehen" ist keine Option. Der Flug kann auch an einem wettermäßig besseren Tag gemacht werden.

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 21.04.2012/lst