Vor wenigen Tagen war es so weit, und ich hielt meine „UL-Lizenz“ in den Händen – sechs Monate nach meinem ersten Schulungsflug. Was in der Zwischenzeit passierte und wie die Ausbildung ablief, möchte ich hier schildern, um künftigen Flugschülern ein wenig Orientierung zu bieten.
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Nach meinem Schnupperflug und bestandenem Medical hatte ich im Mai 2025 meinen ersten Schulungsflug auf der WT-9 nach Worms. Dabei lernte ich direkt „bockiges“ Wetter kennen und wusste danach: schlecht wird mir immerhin nicht werden. Im Durchschnitt schaffte ich es auf 2-3 Flugstunden pro Woche, wofür ich vor allem meinem Fluglehrer Manfred sehr dankbar bin. Auf den Basics wurde laufend aufgebaut: zunächst das Steuern in der Luft, starten, landen, navigieren, funken. Zwischendurch erfolgte der wartungsbedingte Wechsel auf die CT, bei welcher ich auch bis zum Ausbildungsende bleiben sollte.
Parallel dazu verbrachte ich meine Feierabende an den Tagen, an welchen ich nicht flog, mit dem Lesen, Verstehen und Zusammenfassen des Theoriestoffs. Offene Fragen brachte ich jeweils mit zu meinen Flugstunden, sodass sich Theorie und Praxis super vereinbaren ließen.
Wie bei allen Dingen ist der Fortschritt auch beim Fliegen nicht linear, und ich hatte manchmal das Gefühl an einzelnen Punkten zu „hängen“. Übung, Debriefing und auch Austausch mit erfahreneren Piloten im Verein halfen hier enorm. Generell möchte ich an dieser Stelle das tolle Miteinander hervorheben – ich bin oftmals mit Fragen oder einem genervten „Warum klappt das denn nicht?“ auf Vereinskollegen zugegangen, die mir immer mit Rat, Tat und dem ein oder anderen Witz zur Seite standen. So sehr das Fliegen ein recht individueller Sport ist, so stark ist doch das Zugehörigkeitsgefühl.
Im September ging es dann für mich zur Theorieprüfung. Es folgten die ersten Soloflüge – Momente, die bleiben.
Plötzlich war November, und die Wetterbedingungen ließen weniger Flüge zu. Umso mehr freute es mich, dass ich Mitte November meine praktische Prüfung abschließen konnte und mich nun zu den UL-Piloten zählen darf.
Mein Fazit
Für alle, die wie ich schon lange vom Fliegen träumen, aber es nie für realistisch in den Alltag integrierbar hielten: versucht es und fragt uns gern nach einem Schnupperflug.
Vor einem Jahr hätte ich nie zu hoffen gewagt, heute „mal eben“ fliegen gehen zu können. Der zeitliche Aufwand ist in der Ausbildung erst einmal gegeben, aber es lohnt sich absolut und eröffnet so viele neue Welten. Ganz nebenbei lernt man viel über sich selbst, über vorausschauendes Denken und Handeln, Kommunikation, und vieles mehr, was auch im Alltag hilft.
